![]() |
||||
| Site für Online-Journalismus - Projekt der Gruppe NDKOJ 944 am MAZ | ||||
Know-how: Onlinetexten |
Texten fürs WebWas zeichnet einen guten Online-Text aus? Zunächst all das, was auch einen Print-Text verständlich und attraktiv macht: Prägnante Formulierungen, kurze Sätze, ein logischer Aufbau und natürlich ein Schreibstil, der das Interesse des Lesers weckt. Hinzu kommen im Internet neue Möglichkeiten des Erzählens sowie die Eigenschaft von Bildschirm-Texten, Leserinnen und Leser schnell einmal zu überfordern. von Hansjörg Bolliger
MöglichkeitenAnders als im Print können Online-Texte auch nicht-linear organisiert
werden. Beim nicht-linearen Erzählen werden verschiedene Textstellen,
Gesichtspunkte oder externe Dokumente über Links miteinander verbunden.
Die Leserin sucht sich selbst ihren Weg durch den Text, vertieft je nach
Interesse besondere Aspekte, lässt andere aus und stellt sich so einen
massgeschneiderten Text zusammen. Die Kunst besteht darin, die vielen Text-Fragmente so zu organisieren,
dass die Leser die Orientierung nicht verlieren. Will man die
Möglichkeiten des nicht-linearen Erzählens nutzen, muss dem Leser die
Struktur des Dokuments transparent gemacht werden. Dies erfordert eine
geschickte Benutzerführung und gelingt um so eher, je logischer und
intuitiver die einzelnen Text-Elemente miteinander verknüpft sind. Nur wenige Online-Texte schöpfen die Möglichkeiten des Internets voll aus. Der Aufbau eines nicht-linearen Dokuments ist zeitaufwendig und erfordert sorgfältige Planung. Zudem braucht der Leser bereits eine gewisse Internet-Erfahrung, um sich in einem nicht-linearen Text zurecht zu finden. GrenzenDas Internet wird von den meisten Surfern hauptsächlich als
Informations-Quelle genutzt. Die Qualität eines Online-Textes hängt
deshalb auch davon ab, ob der Nutzer die gesuchten Informationen schnell
findet, und ob er die Inhalte schnell, leicht und korrekt versteht.
Wichtigstes Kriterium für einen Online-Text ist seine Verständlichkeit. Doch gerade um die Verständlichkeit von Bildschirm-Texten ist es
schlecht bestellt: Laut einer amerikanischen Studie sind Texte auf dem
Bildschirm schwieriger zu verstehen, vermögen weniger zu fesseln und
werden als weniger glaubwürdig empfunden als die gleichen Texte auf
Papier. Darüber hinaus werden Webseiten gar nicht gelesen, sondern lediglich
überflogen. Die Augen tasten den Text auf einer Seite ab und bleiben an
besonders auffälligen Stellen hängen. Ein Text, der auf dem Bildschirm gelesen wird, muss deshalb stärker gegliedert und leichter zu verstehen sein als ein Print-Text. Schreibe und StrukturSteht die Vermittlung von Information im Vordergrund, empfiehlt sich
der Nachrichtenstil: das Wichtigste und Neuste zuerst. Wörter
Sätze
Absätze
Überschriften
Aufzählungen
Links
Lange Texte, kurze TexteOb kurze Information oder vertiefte Aufbereitung eines Themas, das Netz
bietet Platz für verschiedene Formate. Auch lange Texte werden gelesen,
dann aber meist in gedruckter Form. Ob lange Texte deshalb am Stück ins Netz gestellt werden sollen, oder
stets in kleine Stücke aufgeteilt werden müssen, ist umstritten. Zwar
werden die Möglichkeiten des Mediums durch Verlinkung und
Themen-Splitting optimal genutzt. Doch wer den Text auf Papier lesen will,
möchte lieber eine einzige Datei ausdrucken und nicht sechs verschiedene. Eine gute Lösung besteht darin, den Nutzern mehrere Versionen des Beitrags anzubieten, darunter auch eine integrale Druckversion. Diese darf auf keinen Fall fehlen, denn schliesslich liest sich ein Text nirgendwo besser als auf dem Papier. |
|
||||||||||||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||||||||||||||
![]() Copyright © 2001 by Project OJ |
||||||||||||||||||||||||||