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Know-how: Onlinetexten

Texten fürs Web

Was zeichnet einen guten Online-Text aus? Zunächst all das, was auch einen Print-Text verständlich und attraktiv macht: Prägnante Formulierungen, kurze Sätze, ein logischer Aufbau und natürlich ein Schreibstil, der das Interesse des Lesers weckt. Hinzu kommen im Internet neue Möglichkeiten des Erzählens sowie die Eigenschaft von Bildschirm-Texten, Leserinnen und Leser schnell einmal zu überfordern.

von Hansjörg Bolliger

 

 


Möglichkeiten

Anders als im Print können Online-Texte auch nicht-linear organisiert werden. Beim nicht-linearen Erzählen werden verschiedene Textstellen, Gesichtspunkte oder externe Dokumente über Links miteinander verbunden. Die Leserin sucht sich selbst ihren Weg durch den Text, vertieft je nach Interesse besondere Aspekte, lässt andere aus und stellt sich so einen massgeschneiderten Text zusammen.

Die Kunst besteht darin, die vielen Text-Fragmente so zu organisieren, dass die Leser die Orientierung nicht verlieren. Will man die Möglichkeiten des nicht-linearen Erzählens nutzen, muss dem Leser die Struktur des Dokuments transparent gemacht werden. Dies erfordert eine geschickte Benutzerführung und gelingt um so eher, je logischer und intuitiver die einzelnen Text-Elemente miteinander verknüpft sind.

Nur wenige Online-Texte schöpfen die Möglichkeiten des Internets voll aus. Der Aufbau eines nicht-linearen Dokuments ist zeitaufwendig und erfordert sorgfältige Planung. Zudem braucht der Leser bereits eine gewisse Internet-Erfahrung, um sich in einem nicht-linearen Text zurecht zu finden.

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Grenzen

Das Internet wird von den meisten Surfern hauptsächlich als Informations-Quelle genutzt. Die Qualität eines Online-Textes hängt deshalb auch davon ab, ob der Nutzer die gesuchten Informationen schnell findet, und ob er die Inhalte schnell, leicht und korrekt versteht. Wichtigstes Kriterium für einen Online-Text ist seine Verständlichkeit.

Doch gerade um die Verständlichkeit von Bildschirm-Texten ist es schlecht bestellt: Laut einer amerikanischen Studie sind Texte auf dem Bildschirm schwieriger zu verstehen, vermögen weniger zu fesseln und werden als weniger glaubwürdig empfunden als die gleichen Texte auf Papier.

Darüber hinaus werden Webseiten gar nicht gelesen, sondern lediglich überflogen. Die Augen tasten den Text auf einer Seite ab und bleiben an besonders auffälligen Stellen hängen.

Ein Text, der auf dem Bildschirm gelesen wird, muss deshalb stärker gegliedert und leichter zu verstehen sein als ein Print-Text.

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Schreibe und Struktur

Steht die Vermittlung von Information im Vordergrund, empfiehlt sich der Nachrichtenstil: das Wichtigste und Neuste zuerst.

Wörter

  • Treffende, prägnante und klare Wortwahl.
  • Geläufige Wörter verwenden.
  • Wenn immer möglich auf lange Wörter verzichten.
  • Lange Wörter trennen, sonst wird das Schriftbild auseinander gerissen.

Sätze

  • Kurze Sätze. Grundsätzlich gilt: Ein Text ist um so verständlicher, je kürzer seine Sätze.
  • Auf komplizierte Satzkonstruktionen verzichten und möglichst aktiv formulieren.
  • Auf den Rhythmus achten. Eine Aneinanderreihung kurzer Sätze wirkt schnell asthmatisch und langweilig.

Absätze

  • Kurze Absätze. Gedrängter Text ermüdet das Auge schnell. Deshalb ist es ratsam, den Text in Portionen aufzuteilen.
  • Absätze sinnvoll gliedern. Nur ein Gedanke oder eine Schlussfolgerung pro Absatz.

Überschriften

  • Informative Überschriften erleichtern die Orientierung. Sie strukturieren den Text und lassen den Leser dessen Inhalt leichter erfassen.
  • Alternative: Schlüsselwörter oder zentrale Sätze fett hervorheben.

Aufzählungen

  • Listen sind übersichtlicher als Fliesstext und unterstützen die schnelle Aufnahme von Informationen.
  • Listen dürfen nicht allzu lang werden. Fünf bis maximal sieben Einträge pro Liste gelten als ideal.

Links

  • Links sind ausserordentlich wichtig, weil sie zum Wesen des Mediums gehören. Zuviele Links stören den Leser aber in seinem Lesefluss. Nur dort verlinken, wo es auch Sinn macht. Besser am Ende des Artikels ein Linkverzeichnis anbieten.
  • Links beschreiben und kommentieren. Der Nutzer muss wissen, wofür er Wartezeit in Kauf nimmt.

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Lange Texte, kurze Texte

Ob kurze Information oder vertiefte Aufbereitung eines Themas, das Netz bietet Platz für verschiedene Formate. Auch lange Texte werden gelesen, dann aber meist in gedruckter Form.

Ob lange Texte deshalb am Stück ins Netz gestellt werden sollen, oder stets in kleine Stücke aufgeteilt werden müssen, ist umstritten. Zwar werden die Möglichkeiten des Mediums durch Verlinkung und Themen-Splitting optimal genutzt. Doch wer den Text auf Papier lesen will, möchte lieber eine einzige Datei ausdrucken und nicht sechs verschiedene.

Eine gute Lösung besteht darin, den Nutzern mehrere Versionen des Beitrags anzubieten, darunter auch eine integrale Druckversion. Diese darf auf keinen Fall fehlen, denn schliesslich liest sich ein Text nirgendwo besser als auf dem Papier.

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Inhalt des Artikels:
•   Möglichkeiten
•   Grenzen
Schreibe und Struktur
Lange Texte, kurze Texte
Printversion
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